1. Alt oder Neu
Bevor Ihr Euch Material kauft, stellt Euch folgende Fragen:
- Seid Ihr schon ausgewachsen?
- Wisst Ihr jetzt schon sicher, dass Ihr beim Snowboarden bleibt,
bzw. dass es Euch auch Spaß macht?
- Kommt Ihr oft zum Snowboarden?
- Wisst Ihr schon, ob Ihr lieber Hard oder Soft fahren werdet?
Wenn Ihr alle Fragen mit Nein beantwortet, dann solltet Ihr anfangs
keine allzu großen Investitionen tätigen und ein Board leihen oder
gebrauchtes Material kaufen. Denn vielleicht ist Euch schon in der
nächsten Saison das Brett zu klein, oder Ihr wollt das System (hard bzw.
soft) wechseln.
Die Vorteile beim Neukauf:
- Ihr habt Garantie, z.B. bei Bruch des Boards
- Ihr bekommt alles aus einer Hand und spart Zeit beim Aussuchen und
Probieren
- Die Materialien und die Verarbeitung entsprechen den neuesten
Technologien, z.B. Flex des Boards, Gewicht von Board und Schuhen,
Temperaturbeständigkeit der Bindungsmaterialien
Die Vorteile beim Gebrauchtkauf:
- Ihr spart eventuell viel Geld
- Eine Fehlentscheidung kommt Euch nicht so teuer zu stehen
- Der Wertverlust mit der Zeit ist geringer als bei Neumaterial
2. Tipps zum Gebrauchtmaterial-Kauf
Folgende Stellen solltet Ihr am Board genauer betrachten
- Vorspannung: Auf einem ebenen Untergrund darf das Brett in der
Mitte nicht komplett aufliegen, ansonsten hat es seine Spannung
verloren
- Belag: Kleine Kratzer (bis 1 mm Tiefe) stören wenig, größere
Kratzer im Belag sollten repariert werden.
- Kanten: Bei Rost: Lässt sich der Rost abwischen oder sind schon
kleine Rostlöcher in den Kanten? Sind Schrammen in den Kanten oder
stehen sie sogar vom Board ab?
- Gewinde (Inserts) für die Bindung: Vielleicht wollt Ihr Eure
Bindung nicht in der Position montieren, wie sie gerade auf dem Board
montiert ist. Prüft am besten alle Gewindelöcher auf dem Board z.B.
mit einer der Bindungsschrauben, ob sie auch nicht vermurkst sind.
- Generell: Hat das Board Risse, löst sich der Belag ab?
Achtet bei der Bindung auf
- Schnallen (soft): Lassen sich alle Schnallen noch öffnen und
schließen? Sind die Schnallen komplett oder sind Teile abgebrochen?
- Längenverstellung (hard): Lässt sich der Abstand der Bügel an
jeweils beiden Enden der Bindung verstellen?
- Federung (hard): Falls eine Federung des hinteren Bügels vorhanden
ist, funktioniert diese noch bei beiden Bügeln?
- Generell: Sind an den Plastikteilen der Bindung Risse zu sehen?
Schaut auch die Boots genauer an:
- Schnallen (hard): Lassen sich alle Schnallen noch öffnen und
schließen? Sind die Schnallen komplett oder sind Teile abgebrochen?
- Geh-Mechanismus (hard): Bei manchen Hardboots kann man den Schaft
"entriegeln", damit das Gehen mit den Boots leichter fällt.
Funktioniert diese Entriegelung noch?
- Innenschuh: Hat der Innenschuh Verformungen, die drücken?
Fragt unbedingt, wie alt das Material ist.
Wenn Ihr nicht sicher seid, ob die Antwort stimmt, könnt Ihr z.B. im
Snowboard-Forum nachfragen, ob Euch jemand weiterhelfen kann.
Allerdings gibt es inzwischen so viele Snowboardmarken, von denen
manche nur kurz existieren, dass es bei unbekannten Marken schwierig
ist, das genaue Alter herauszufinden.
3. Material-Zusammenstellung
Informiert Euch z.B. in Snowboard-Shops über den aktuellen Stand des
Snowboardmaterials. Es wäre schade, wenn Ihr Euch mit uraltem Material
herumquälen müsst, z.B. schwere Boards oder komplizierte Bindungen. Für
ein paar Euro mehr bekommt Ihr bestimmt auch Material von der letzten
oder vorletzten Saison.
Tipp: Wenn Ihr Board, Boots und Bindung
getrennt kauft, denkt daran, dass die Boots in die Bindung passen
müssen. Ein 40er Softboot wird kaum in eine Kinder-Softbindung passen.
Gerade bei großen Schuhen muss das Brett breit genug sein, damit die
Schuhe nicht breiter als das Board sind und beim Fahren dann störend
über die Kanten stehen. Selten gibt es auch noch alte Bindungssysteme,
die nicht in die Gewindebohrungen der aktuellen Boards passen.
Achtung: Burton verwendet ein 3-Loch System, alle anderen Hersteller ein
4x4 System.
4. Preisspanne für Anfängerausrüstung
Der Markt ist riesengroß, die Preise für Neu- und Gebrauchtmaterial sind
in den letzten Jahren stark gefallen. Billige, neue Anfängerausrüstungen
gibt es im Billig-Set (Board, Schuhe, Bindung) im Angebot manchmal schon
für 200 Euro.
Gebrauchtes Top Material, das noch gut in Schuss ist, kostet vielleicht
ähnlich. Aber kauft nicht einfach irgendein Board oder Schuhe, nur weil
es so superbillig ist. Ein zu langes Board oder drückende Schuhe
verderben schnell den Spaß.
5. Leihen, testen oder kaufen?
Für die ersten Versuche kann das Ausleihen des Materials die günstigere
Alternative sein. Falls Euch das Boarden keinen Spaß macht, steht
vielleicht das neue Board die nächsten zehn Jahre in einer einsamen
Kellerecke. Und wenn es Euch Spaß macht, viel Spaß, dann wollt Ihr
sicher bald ein cooleres und besseres Board. Da Snowboarden schnell zu
lernen ist, kann das schon nach ein paar Tagen Boarden der Fall sein.
Auch hier grüßt die Kellerecke.
Tipp: Fragt doch beim Boardausleihen einfach
mal nach, ob Ihr bei Kauf eines Boards dann Rabatt bekommt! Die
Leihpreise für Board und Schuh liegen meist zwischen 10 und 50 Euro.
Viele Firmen bieten überdies Tests an. Gerade zu Beginn der Saison gibt
es jede Menge Testcenter auf den Gletschern, wo ihr das neueste Material
testen könnt. Einige Skigebiete verfügen auch über fixe Testcenter der
verschiedenen Hersteller. |