Es lässt sich aber sagen, dass es für bestimmte Zielgruppen sicherlich sinnvoll ist, sich Ski zu leihen. So haben Anfänger den Vorteil, dass sie mit zunehmender Verbesserung ihrer Technik auch die Skilänge variabel dazu anpassen können. Für Gelegenheitsskifahrer rechnet es sich möglicherweise, sich nicht eigene Ski zu kaufen, sondern Ski zu leihen. Geht man von einem Verleihpreis von ca. 20-35 Euro pro Tag aus, liegen die Kosten für eine ganze Woche bei 140-245 Euro. Für ein paar neue Ski mit Bindung liegt der Kaufpreis zwischen 300-700 Euro. So kann sich der Kauf bereits im ersten Jahr rechnen.
Wintersportler, die sich Ski leihen, haben die Gelegenheit, immer die neueste Skitechnik zu fahren. Wenn die Leihski mal nicht passen, besteht jederzeit die Möglichkeit, das Modell wieder zu tauschen. Ein weiteres Plus beim Skileihen ist, dass man keine Umstände mit dem Transport der Ausrüstung hat. Die Ski können vor Ort abgeholt werden und das Verstauen im Auto entfällt. Oft müssen allerdings längere Wartezeiten beim Sporthändler vor Ort eingeplant werden, bis der richtige Ski gefunden und die Bindung passend eingestellt ist. Das ist vor allem bei Kurztrips von 1-2 Tagen lästig, da wertvolle Zeit verloren geht. Eine Alternative dazu ist, die Ski zu Hause beim Sportfachhändler zu leihen. Man muss aber auch damit rechnen, dass die geliehenen Ski nicht optimal präpariert sind, d. h. die Kanten nicht richtig geschliffen und der Belag schlecht gewachst wurde. Außerdem muss man sich fahrtechnisch bei jedem Leihvorgang erneut auf die Ski einstellen, denn nicht jeder Ski hat die gleichen Fahreigenschaften.
Ein weiterer wichtiger Punkt, den man bei der Entscheidung beachten muss, ist der Sicherheitsstandpunkt. Der höchste Grad an Sicherheit nach DIN 11088 (Gewichts- oder Tibiamethode) ist nur mit einer individuellen Einstellung der Bindung gewährleistet. Bei manchen Verleihern wird die im Juli 2002 in Kraft getretene Leihnorm DIN 13993, auch "Rentalnorm" genannt, oft sehr großzügig ausgelegt. Diese Norm beschreibt ein Verfahren, das dem Skiverleiher erlaubt, die Skibindung ohne ein unmittelbares Nachprüfen einzustellen. Der Skifahrer hat aber nur die Gewährleistung, dass seine Leihskibindung korrekt eingestellt ist, wenn der Händler sein Leihkontingent vor der Saison genau vermessen hat und anhand von Stichproben während der Saison regelmäßig überprüft, ob noch alles in Ordnung ist.
Um sicherzustellen, dass die Mitarbeiter in den Sportfachgeschäften gut ausgebildet sind, um die Normvorschriften einhalten zu können, hat die Abteilung Sportgeräte und Materialien der Technischen Universität München unter der Leitung von Sportgeräte-Spezialist Prof. Dr. Veit Senner in Zusammenarbeit mit den großen Bindungsherstellern sowie den Herstellern von Bindungseinstellgeräten ein Schulungsprogramm entwickelt.
Zusätzlich zum Ski bieten die Fachhändler die Möglichkeit an, Skischuhe auszuleihen. Davon ist jedoch abzuraten, denn der Skischuh ist das wichtigste Element und darf beim Skifahren nicht drücken. Oftmals ist die Gewöhnungsphase von 1-2 Tagen bis sich das Material des Innenschuhs an den Fahrer angepasst hat, länger als bei geliehenen Ski. Auch vom hygienischen Standpunkt aus ist das Ausleihen von Skischuhen nicht zu empfehlen. Genau aus diesem Grund werden Mützen und Handschuhe auch nicht verliehen.
Bei der Entscheidung "Skikauf oder Leihski" sollte man dringend beachten, dass Mietski meist nicht gegen Diebstahl, Stauchungen oder Beschädigungen versichert sind. Hier ist unbedingt zu raten, sich dagegen abzusichern. Bei den DSV-Versicherungspaketen (nicht bei Mindestschutz) sind Ski von gewerblichen Verleihern gegen dieses Risiko versichert.